Innovative Wohnkonzepte im Alter

Die Qualitaet und die Anzahl der Wohn- und Freizeitangebote fuer aeltere Menschen befinden sich in rasantem Anstieg in den Laendern in Nord Europa. Der Grund liegt in der staendig steigenden Nachfrage seitens der Senioren, die sich wegen der guten medizinischen Versorgung und der laengeren Lebenserwartung noch sehr jung fuehlen.
Vor einigen Jahren noch hatten die Menschen mit mehr als 60 Jahren nicht viele Moeglichkeiten in der Auswahl ihres Lebensabendes: im Kreis der Familie, allein lebend, solange es moeglich ist, im Alten- oder Pflegeheim. Heute hingegen werden Senioren als interessante Zielgruppe in der Werbung, fuer Reisen, in der Mode, sowie fuer neue und innovative Wohnformen erkannt und auch dementsprechend beworben.
Die Pensionisten von heute sind fitter, agiler und selbstaendiger als jene noch vor 10 oder 20 Jahren. Bei einem Vergleich von meinen Grosseltern und meinen Eltern, die jetzt 70 Jahre alt werden, kann ich einen grossen Unterschied in der koerperlichen und geistigen Fitness und Gesundheit sehen.
Die aelteren Menschen mit 60 oder 70 Jahren fuehlen sich, im Vergleich zu frueher, noch jung, moechten selbstaendig, unabhaengig bleiben und das Leben geniessen, solange es moeglich ist. Sie legen auch Wert auf eine gute Infrastruktur, um kulturelle oder sportliche Veranstaltungen besuchen, und um eine hohe Lebensqualitaet beibehalten zu koennen.
Ich moechte Euch in diesem Artikel die Erfahrung der deutschsprachigen Laender naeher bringen, da ich wegen meiner Herkunft und Kontakten zu Kollegen einen guten Einblick in die soziale Struktur habe, die in Deutschland, Oesterreich und der Schweiz im privaten wie im oeffentlichen Bereich da jeher sehr gut entwickelt ist.
Eine kuerzlich durchgefuehrte Umfrage in Deutschland von einem Baufinanzierer hat gezeigt, dass jeder dritte Deutsche seinen Lebensabend mit gleichaltrigen Personen verbringen moechte.
Aus diesem Grund bieten viele oeffentliche wie private Institutionen in Deutschland das betreute Wohnen an. Es ist eine Wohnform, in der eine kleine Privatwohnung in einer Struktur gemietet oder gekauft werden kann. Es gibt darueberhinaus Gemeinschaftsraeume und die Moeglichkeit fuer sportliche, kulturelle oder soziale Aktivitaeten. Die Senioren wohnen so selbststaendig und unabhaengig, es steht aber immer die Hilfe des Pflegepersonal bereit, falls es notwendig sein sollte.
Eine andere Art der Wohnform, die in Deutschland immer mehr Anlang findet, ist die Senioren WG, in der aeltere Menschen mit Freunden oder Verwandten desselben Alters zusammenwohnen. Das Konzept erinnert oder ist moeglicherweise von den Wohngemeinschaften der Studenten beeinflusst. Das ist ein interessanten Aspekt, da die aelteren Menschen von heute die WG aus ihrer Jugend kennen und sich zurueckversetzt fuehlen koennten. Jeder Mitbewohner hat in einer WG seinen Privatbereich, fuer den er verantwortlich ist. Es gibt aber auch Gemeinschaftsraeume, die von allen genuetzt werden koennen, wie ein gemeinsames Wohnzimmer, eine Gemeinschaftskueche, einen Balkon oder einen Garten. In der Senioren WG sind die einzlnen Mitlgieder fuereinander da, falls jemand Hilfe brauchen sollte.
Die Wohngemeinschaft Olga (Oldies leben gemeinsam aktiv), die in Nuernberg realisiert wurde, hat eine staatliche Auszeichnung bekommen fuer eine gute und innovative Idee bekommen. In der WG leben 11 Frauen im Alter von 58 bis 63 Jahren. Jeder Bewohnerin seht ihr Privatbereich, sowie Gemeinschaftsraeume und der gemeinsame Garten zur Verfuegung. Die innovative Idee der Bewohnerinnen ist, dass sich jede einzelne im Bereich Pflege fortgebildet hat, damit sie sich untereinander helfen koennen. Darueberhinaus koennen sie so laenger unabhaengig von pofessioneller und teurer Pflege bleiben.
Dieses neue Konzept erlaubt den Bewohnern ihre Selbststaendigkeit und Autonomie so lange wie moeglich zu erhalten, aber auch die sozialen und finanziellen Vorteile des Zusammenlebens zu geniessen. Ausserdem steigt durch das Zusammenleben auch der Freundes und Bekanntenkreis der Bewohner, und somit auch die Anzahl der potenziellen Helfer.
Natuerlich gibt es auch einige Nachteile. Sollte ein Bewohner einen Pflegedienst rund um die Uhr benoetigen, wuerde es teurer werden als im Pflegeheim oder beim betreuten Wohnen. Ein weiterer Schwachpunkt ist, das es schwierig sein koennte einen geeigneten Wohnraum zu finden. Das Konzept steckt ausserden noch in den Kinderschuhen, daher koennte es schwierig werden, interessierte Mitbewohner ,vor allem in laendlichen Gegenden, zu finden.
Neuere Untersuchungen haben unmissverstaendlich gezeigt, dass gemeinschaftliche Wohnprojekte die Lebensqalitaet signifikant erhoehen und gleichzeitig die Notwendigkeit professioneller Pflege vermindern oder verzoegern, sowie den Umzug in ein Altenheim.
Die neueren Wohnformen ermoeglichen einen erfuellten Lebensabend mit Wuerde.
Fuer die Etablierung und Weiterentwicklung dieses neuen Konzeptes der Lebensqualitaet ist die Kreativitaet, Initiative und Flexibilitaet des Staates, der Verantwortlichen der Pflegedienste, der Bautraeger, der Familien und der aelteren Menschen selbst gefragt.

